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Die Mitglieder des Jugendnaturschutz Aare-Wiggertal liessen sich letzten Samstag nicht von dem schlechten Wetter stoppen. Trotz Wind und Regen hat sich eine grosse Anzahl Teilnehmer am Bahnhof in Zofingen eingefunden. Am Startpunkt wurden Abfallsäcke und Wagen gefasst und dann haben sich Leiter und Teilnehmer in drei kleinere Gruppen aufgeteilt.
Auf drei verschiedenen Routen wurde daraufhin am Nachmittag alles aufgelesen, was nicht nach draussen auf den Boden gehört. Von Felgen und Toilettendeckel über Pet, Alu und Glas bis hin zu Nahrungsmitteln haben sie einiges an Abfall eingesammelt.
Getroffen haben sich die Gruppen wieder bei der Kehrichtverbrennungsanlage in Oftringen, wo der Abfall getrennt und gewogen wurde. Es kamen rund 100kg zusammen!
Im Vorfeld des Anlasses haben die Teilnehmer natürlich fleissig Sponsoren gesammelt und so wurde auch die Juna-Kasse wieder etwas aufgefüllt. So kann sich die Gruppe Weekends, Lager, T-Shirts und Material finanzieren und unter anderem dafür sorgen, dass die Anlässe weiterhin gratis bleiben.
Vielen Dank an all die grosszügigen Sponsoren!
 
19.3.17, Saskia Leu
 
 
 
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Linkes: Laichende Grasfrösche  / Rechts: Paarende Erdkröten (Fotos Hans Althaus)
 
In den ersten milden und regnerischen Märznächten ziehen wieder viele Frösche, Kröten und Molche zu ihren Laichgewässern und treffen sich dort zu einer Massenhochzeit. Auf dem Weg dorthin überqueren sie Strassen und finden dort oft den Tod.

Die Lebensweise von Erdkröte und Grasfrosch
In den ersten Märztagen, wenn die Temperaturen nachts nicht mehr unter 5 Grad sinken, verlassen Erdkröte und Grasfrosch ihr Winterquartier, wo sie irgendwo im Boden vergraben und vor Frost geschützt die kalte Jahreszeit verbracht haben. Ohne Nahrung aufzunehmen ziehen sie nun Richtung Laichgewässer los. Dieses kann  bis zu zwei Kilometer von ihrem Lebensraum entfernt liegen, und sie benötigen mehrere Tage für ihre Wanderung. Diese beginnt nach der Dämmerung, am liebsten bei mildem, regnerischem Wetter, wenn die Temperatur nicht unter fünf Grad sinkt. Trockene und kalte Witterung bringt den Laichzug zum Stillstand.

Erdkröte und Grasfrosch bleiben ihrem Laichplatz treu
Die Tiere kehren jedes Jahr zu ihrem Geburtsgewässer zurück. Damit sich die Tiere überhaupt finden, braucht es dreierlei: Eine innere Uhr weckt die Tiere im Februar aus ihrer Winterstarre. Temperaturen über fünf Grad und Regen bestimmen den Beginn der Wanderung. Die Laichgewässer müssen beständig sein und dürfen nicht austrocknen.

Die Hochzeit der Erdkröten und Grasfrösche
Die Erdkrötenhochzeit ist ein eindrückliches Naturschauspiel, das man in diesen Tagen am an verschiedenen grösseren Weihern in der Region beobachten kann:
Zofingen: Haldenweiher, Forsthausweiher und Bärenmoosweiher
Oftringen: Looweiher
Brittnau: Haldengut- und Scharletenweiher
Vordemwald: Weihergut
Da die Weibchen – im Gegensatz zu den Männchen – nicht jeden Frühling zum Weiher kommen, sind diese sehr begehrt: Kröten und Frösche sind Männer der Tat: Kaum zeigt sich ein Weibchen, wird es von den Draufgängern gepackt und drangsaliert. Oft kann man ganze Klumpen von Männchen beobachten, welche um ein einziges Weibchen kämpfen. In ruhigeren Momenten findet die Laichablage statt: Frösche legen Klumpen mit bis zu 2000 Eiern an flachen, sonnigen Uferstellen ab, Kröten wickeln bis zu zwei Meter lange Laichschnüre um Wasserpflanzen.

Kröten und Frösche sind eigentlich Landtiere
Nach wenigen Tagen verlassen die Tiere den Weiher wieder und wandern in ihr Sommerquartier zurück. Dieses liegt meistens im Wald, bei Grasfröschen oft auch in der Nähe von Gewässern. Im April schwimmen dann die Larven, Kaulquappen genannt in Massen in den Weihern, und im Juni verwandeln sie sich zu kleinen Fröschen und Kröten und verlassen ihrerseits den Weiher.

Hans Althaus, Zofingen 27.2.2017

 

 

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Ein Waldkauz blinzelt vor seiner Höhle verschlafen in die Morgensonne - Foto: Beat Rüegger, ornifoto.ch

 

Weich, kuschelig und warm, so muss ein Nest sein! Ein solide gebautes und gut verborgenes Nest schützt Eier und später auch die Jungen vor Hitze, Kälte, Nässe, Wind und Nesträubern. Die meisten Vogelarten bauen jedes Jahr ein neues Nest. Diese kleinen Kunstwerke werden innerhalb weniger Tage oder Wochen errichtet. Und das Erstaunlichste dabei ist, dass nur mit dem Schnabel gebaut wird! Die Füsse kommen höchstens zum Festhalten des Baumaterials zum Einsatz!

Die Jungen von Höhlenbrütern wachsen am besten vor Niederschlag, Wind und Feinden auf. Gänsesäger, Segler und Dohlen brüten in Felsspalten und Mauerlöchern, Eulen, Star, Meisen und Sperlinge in Spechthöhlen sowie Faulhöhlen, letztere entstehen, wenn die Rinde eines Baumes verletzt wird. In einer schützenden Höhle können sich die Höhlenbewohner in der Vogelwelt eine komplizierte Konstruktion zur Fixierung des Nestes sparen. Eulen und Spechte verzichten sogar ganz auf ein Nest. Die Eier werden auf den nackten Höhlenboden gelegt. Bei Spechten bilden einzig ein paar Holzspäne die Nestunterlage, beim Waldkauz sind es Gewölle und Beutereste.

Etwa 20 einheimische Vogelarten benutzen hohle Bäume oder Nistkästen als Brutstätte. Neben Spechten können nur Sumpf-, Weiden- und Haubenmeise in weiches, morsches Holz eine Bruthöhle zimmern. Die anderen Arten sind auf die Vorarbeit der Spechte angewiesen. Deshalb kommt diesen «Zimmerleuten des Waldes» eine ganz wichtige Schlüsselrolle zu. Bunt- und Grünspecht bauen jedes Jahr eine neue Bruthöhle, der Schwarzspecht nur alle fünf bis zehn Jahre. Nachher stehen diese Leerwohnungen anderen Arten zur Verfügung.

Der Buntspecht wird am häufigsten beobachtet, sogar mitten in Siedlungen. Das Flugloch seiner Höhle misst 50 mm im Durchmesser. Das passt Meisen, Kleiber, Trauerschnäpper, Feldsperling und Haselmaus. Der Grünspecht ist an Waldrändern und in Obstgärten anzutreffen. Das Flugloch ist mit 60 mm etwas grösser, gerade richtig für Kleiber, Star und Gartenrotschwanz. Der Schwarzspecht lebt in ausgedehnten Wäldern mit alten Bäumen. Nur alle 5 bis 10 Jahre meisselt er eine neue Höhle, meist in Buchen ab einem Durchmesser von 40 cm. Nachmieter sind Dohle, Kleiber, Eichhörnchen, Fledermäuse und staatenbildende Insekten.

Im Februar, Christoph Vogel-Baumann
 
 
 
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In den vergangenen Wochen konnte im Pfaffnern- und Wilital, nach Jahren der Abwesenheit, wieder regelmässig ein Silberreiher beobachtet werden. Dabei zeigte sich der grosse weisse Reiher als exzellenter Mäusejäger. Während die anwesenden Graureiher oft lange warten mussten, bis sie eine Maus erbeuten konnten, gelang es dem Silberreiher wiederholt, innert einer halben Stunde zwei bis drei Mäuse zu fangen. Dabei zeigte sich, dass er eine andere Jagdmethode anwendete. Die Graureiher blieben meist über sehr lange Zeit an derselben Stelle stehen und warteten geduldig auf das Erscheinen einer Maus. Der Silberreiher hingegen schritt stetig über das Feld mit merklich angespannten Sinnen. Bisweilen schritt er plötzlich bis zu zehn Meter vorwärts, um dann mit vorgestrecktem Hals die letzten zwei Meter vorsichtig voran zu schleichen. Urplötzlich stiess er zu und regelmässig zappelte dann eine Maus in seinem Schnabel. Hoffentlich lässt sich der elegante Mauser weiterhin in der Region blicken.
 
Text & Fotos Adrian Wullschleger, Januar 2017

 

 
 
 
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